SCHULHUND
Elvis ist ein 7-jähriger Border Collie Rüde, der seit August 2015 bei Frau Ruppender und ihrem Lebensgefährten lebt. Er wurde wegen Krankheit seiner Besitzerin abgegeben und über „Border Collie in Not“ vermittelt. Frau Ruppender wuchs mit zwei Border Collies auf.Schulhund Elvis
Aufgrund Elvis‘ ausgeprägten Grundgehorsams und seines freundlichen Wesens entschloss sich Frau Ruppender eine Schulhundeausbildung bei „Hand in Pfote“ in Kuppenheim zu beginnen. Diese umfasste ein Eignungstest des Teams, Theoriewochenenden, eine theoretische und praktische Prüfung, zwei Lehrproben mit Hund, Abgabe einer Unterrichtssequenz zur Videoanalyse und die Erstellung einer Konzeption. Hunde in der Schule müssen dafür ausgebildet sein!

Schulhund

u.a. ein ruhiges und
freundliches Wesen

Haltung

Art- und tierschutzgerechter
Umgang mit dem Hund

Ausbildung

pädagogische Ausbildung /
Eignungstests

Schule

Bereicherung für alle
Hund und Mensch

Ein Schulhund sollte (in Anlehnung an Agsten 2009, www.schulhundweb.de) erfahrungsgemäß folgende Kriterien erfüllen:
 ruhiges und freundliches Wesen besitzen
 am Menschen orientiert und interessiert sein und absolut verträglich mit Kindern sein
 geringe aggressive Ausstrahlung haben und keine Aggressionsbereitschaft zeigen
 verträglich mit anderen Hunden sein
 keinen Herdenschutztrieb besitzen
 Gehorsam zeigen
 ein ausgeglichenes Wesen besitzen und eine geringe Stressempfindlichkeit haben
 nicht ängstlich und unsicher sein, sondern Selbstsicherheit und Aufgeschlossenheit ausstrahlen
 körperlich weitgehend gesund sein
 keinerlei Beißansätze zeigen
 nicht bellfreudig sein
 leicht lenkbar und leinenführig sein
Für den Schulamtsbezirk Offenburg gelten die folgenden von Frau Alexandra Busam erstellten Rahmenbedingungen für die hundegestützte Arbeit in Schulen:
 Art- und tierschutzgerechter Umgang mit dem Hund
 Zustimmung der Schulleitung
 Erstellung einer Konzeption für den Einsatz des Teams an der eigenen Schule
 Information und mehrheitliche Zustimmung der Gesamtlehrerkonferenz
 Information der Eltern, Schulkonferenz, Klassenpflegschaft
 Schriftliche Zustimmung der vom Einsatz betroffenen Eltern
 Information an das Schulamt, den Schulträger, den Hausmeister und das Putzpersonal
 versicherungsrechtliche Absicherung des Hundes
 Hygienevorschriften beachten und einhalten
Vom Hundeführer wird folgendes vorausgesetzt:
 Nachweis über eine Schulhunde-Ausbildung, optimal wäre auch die Vorlage eines Eignungstests
 pädagogische Ausbildung
 theoretisches und praktisches Schulhundewissen und regelmäßiger Besuch von Weiterbildungen, Erstellen einer individuellen Konzeption
 optimale Beziehung zum Hund, adäquate Versorgung des Hundes und Einbeziehen des Hundes in das Familienleben
 medizinische Grundversorgung des Hundes gewährleisten und verantworten
 Einhaltung des Tierschutzgesetzes und artgerechter Einsatz des Schulhundes
 Beachten von Stresssymptomen und situationsangemessenes Handeln
Das Kollegium und die Schulleitung, das Schulamt und das Gesundheitsamt sind über den Schulhundeeinsatz informiert. Elvis unterliegt regelmäßigen Elvis im Umgang mit SchülernGesundheitskontrollen. Hygieneregeln und Regeln zum Schutz des Hundes werden täglich eingehalten.
Der Schulhund ist nun seit April regelmäßig im Einsatz und begleitet sein Frauchen fast täglich im Unterricht der Klasse 8. Zudem kann das Schulhundeteam für einzelne Sequenzen oder zur Einzelförderung in der Grundschule gebucht werden.
Nur Schüler mit Einverständnis der Eltern dürfen mit Elvis Kontakt haben. Um Stress für das Tier zu vermeiden, sollen Schüler nur einzeln und nur nach Fragen den Hund anfassen. Wer möchte schon durch die Fußgängerzone Offenburgs laufen und von jedem Passanten angefasst oder sogar im Gesicht berührt werden??? Auch Elvis möchte nicht 100 fremde Gerüche an sich haben!
Die Schüler der Klasse 8 wurden eingehend auf Regeln hingewiesen und halten diese ein.
Ist der Hund dennoch gestresst, wird ein Einsatz sofort abgebrochen.
Um ungute Situationen zu vermeiden, darf der Hund nur angeleint und in Begleitung von Frau Ruppender auf dem Schulgelände sein. Im Klassenzimmer und Lehrerzimmer darf Elvis auch ohne Leine herum spazieren. Kein Schüler wird zum Hundekontakt gezwungen.Frau Ruppender mit Elvis
Elvis hat im Klassenzimmer eine Box als Rückzugsort, sowie ein Körbchen, das geschützt im Lehrerpultbereich steht. Ebenfalls werden dort die Hundeutensilien getrennt von Schulsachen aufbewahrt. Diese Zone ist für die Schüler tabu.
Eltern, Schüler, Kollegen und ich empfinden den Einsatz von Elvis eine Bereicherung.
Border Collies
Border Collies kommen aus dem Grenzgebiet von England und Schottland. Sie wurden speziell zum Schafehüten gezüchtet und sind daher Arbeitshunde. Leider wurden Border Collies aufgrund ihrer Schönheit, ihres lieben Wesens und ihrer Intelligenz zu Modehunden, die oft unüberlegt als Familienhund angeschafft werden und nicht selten nach ein paar Jahren wegen Beißvorfällen und dem Jagen von Joggern und Spaziergängern bzw. Angreifen von Fremden an der Haustür abgegeben werden. Viele dieser Schicksale kann man auf der Homepage von „Border Collie in Not“ nachlesen und wären durch artgerechte Haltung möglich zu verhindern.
Ein Border Collie braucht einen erfahrenen und sicheren Hundeführer, der sich viel mit dem Hund beschäftigt. Dies umfasst körperliche Betätigung und geistige Auslastung des Hundes. Ansonsten suchen sich die Borders Arbeit und entwickeln ein übermäßiges Territorialverhalten oder beginnen Objekte zu jagen. Viele Hütehunde werden zu Balljunkies, weil sie sonst keine anderen Beschäftigungen geboten bekommen.
Mögliche Unterrichtsinhalte mit dem Schulhund in der Werkrealschule:
 Mathematik/ITG: Kostenberechnungen zu Elvis und dem eigenen (Wunsch-)Hund
 Englisch: Vokabeln und Präpositionen lernen, Leseübungen
 MNT: Sinne von Mensch und Hund im Vergleich
 Soziales Lernen: Interaktions- und Kooperationsspiele
 Bewegung: Parcours aufbauen, Parcours ablaufen, Wettspiele mit Ball und Frisbee
Vorrangige Förderbereiche:
Sozial:
Regelbewusstsein, Interaktionsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Respekt, Rücksichtnahme, Zusammengehörigkeitsgefühl, Pflichtbewusstsein
(durch Dienste, Anwesenheit des Hundes, Teamspiele)
Emotional:
Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Frustrationstoleranz, Empathie, Stolz, Stressabbau, Trost und Zuwendung erfahren, Beruhigung, Selbststeuerung, Freude
(durch Führübungen, Klassenhund, Anwesenheit des Hundes, Kommandoübungen)
Sprache:
Gesprächsbereitschaft, Ausbau verbaler und nonverbaler Kommunikation, Intonation, Lautstärke, Artikulation, Verbalisieren von Inhalten
(durch Kommandos, Sprechen über den Hund, Teamspiele, Rollenspiele)
Motorik:
Bewegungskoordination, räumliche Orientierung, Ausdauer, Motivation zur Bewegung, Koordination (durch Parcours, Leckerli-Suchspiele, Dummy-Arbeit)
 Lern- und Arbeitsverhalten:
Motivation, Regelbewusstsein, Konzentration, Aufmerksamkeit, Abläufe planen und koordinieren, Belohnung durch den Hund erhalten, Belohnung für den Hund erarbeiten, Ruhe und Entspannung
(durch Anwesenheit des Hundes, Streicheln des Hundes, Spielen mit Hund,
Ausführen von Anleitungen, Leckerlis für Hund erarbeiten)
Wahrnehmung:
Körper- und Berührungsempfinden, Wahrnehmung von Veränderung/Körpersignalen
(durch Streicheln, Bürsten und Massieren des Hundes, Hund beschreiben)
Kognition:
Fachwissen, Problemlösefähigkeit, Räumliches Vorstellungsvermögen, Handlungsplanung, Analysieren, logisches Denken (Fragespiele, Hunde-Themen, Leckerli-Suchspiele, Analyse des Verhaltens des Hundes)Elvis
Ausführlichere Informationen die aktuellen Gesundheitsatteste finden Sie in der im Mai 2016 verfassten Konzeption, die im Rektorat hinterlegt ist.
Kathrin Ruppender